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Welche gesetzlichen Grundlagen und neuen Anforderungen gelten für Smart Metering?
Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG § 21 b Absatz 3a und b) sieht vor, dass ab dem 01.01.2010 unter bestimmten Bedingungen Messeinrichtungen für Strom und Erdgas einzubauen sind, die dem jeweiligen Anschlussnutzer den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln. Dies gilt für den Einbau bei Neubauten und größeren Renovierungen im Sinne der Richtlinie 2002/91/EG über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden soweit technisch machbar und wirtschaftlich zumutbar. Dies gilt ebenso als Angebot für bestehende Messeinrichtungen, z. B. im Rahmen des Zählerwechsels, soweit technisch machbar und wirtschaftlich zumutbar. Der Anschlussnutzer kann das Angebot hier jedoch ablehnen.
Die gesetzlichen Bestimmungen sehen ab 30.12.2010 ein Angebot für neue Produkte und Tarife zunächst für Strom vor, die dem Kunden Anreize zur Energieeinsparung oder Steuerung seines Energieverbrauchs bieten, wie lastvariable oder tageszeitabhängige Tarife (EnWG § 40 Absatz 3).
Wie verläuft das EVL-Pilotprojekt "Smart Metering"?
Seit dem Frühjahr 2009 hat die EVL spartenübergreifend für Strom, Erdgas und Trinkwasser in zwei Testgebieten in Leverkusen moderne, intelligenten Zähler der neuen Generation (Smart Meter) eingebaut. Die EVL testet dabei im Rahmen eines Gesamtprojektes im RheinEnergie-Verbund die Datenübertragung per Powerline, also die Übertragung der Messdaten über das Stromnetz.
Die neue Technik wird sowohl im Schlebuscher Neubaugebiet "Bullenwiese" als auch in einem Altbaugebiet erprobt. Dazu wurden die vorhandenen Zähler ausgetauscht, die neuen Zähler vernetzt und eine elektronische Verbindung zum Niederspannungsnetz der EVL installiert. Die Übertragung der Daten erfolgt über das vorhandene Stromnetz (Powerline) der EVL.
Ergänzend werden Möglichkeiten getestet, dem Kunden seine jeweiligen Verbrauchsdaten digital zugänglich zu machen. Seit Ende Oktober 2009 ermöglicht ein webbasiertes Kundenportal den Testnutzern im Neubaugebiet "Bullenwiese" eine Ansicht ihrer Energieverbräuche über eine gesicherte Internetverbindung auf dem privaten PC. Die individuellen Verbräuche können hierbei aktuell oder für unterschiedliche Nutzungszeiträume (Tag, Woche oder Monat) abgefragt werden. Eine Auswertung hinsichtlich der Erfahrungen der Kunden und ihrer Erwartungen soll in die Konzeption des neuen Produktangebotes der EVL im Rahmen von Smart Metering einfließen.
Hilft der intelligente Zähler beim Energiesparen?
In Zukunft wird sich die Verbrauchsmessung von Energie entscheidend verändern. Damit sollen Möglichkeiten erschlossen werden, Energie einzusparen, Energiekosten zu senken und zusätzlich Klima und Umwelt zu schonen.
Neue gesetzliche Regelungen fordern den Einbau eines modernen Zählers, der dem Kunden den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegelt. Mithilfe dieses modernen Zählers soll der Kunde jederzeit feststellen können, wie viel Energie er in einem bestimmten Zeitraum verbraucht hat. Einsparpotenziale, die sich aus einer Verbrauchsänderung ergeben, werden somit ersichtlich. Dies stellt einen Anreiz dar, der zu einer Einsparung an Energie und an Energiekosten führen kann, wenn der Kunde sein Verbrauchsverhalten entsprechend verändert. Intelligente Zählertechnik bildet somit die Basis für neue Dienstleistungen rund um das Thema Energie (Smart Metering).
Derzeit wird die Investition in intelligente Zählertechnik auf Initiative und Rechnung des Kunden von Fachleuten allerdings noch als zu teuer erachtet (z. B. Bund der Energieverbraucher), da das Gerät an sich keine Einsparung erbringt. Allein die Veränderung des eigenen Verbrauchsverhaltens entscheidet über eine Entlastung des Geldbeutels. Sinnvolle und günstigere Alternative für EVL-Kunden ist daher die Angebotsnutzung im Rahmen von EVL-KlimaAktiv. Das 16-Punkte-Programm bietet beispielsweise eine persönliche kostenlose Energiesparberatung mit einem Energiespar-Experten der EVL oder den kostenlosen Verleih eines Stromkostenmessgerätes, um Stromfresser im Haushalt aufzuspüren.
Ist auf Wunsch ein intelligenter Zähler bei der EVL erhältlich?
Obwohl der Gesetzgeber festgelegt hat, dass Kunden auf Wunsch die Zähler unter bestimmten Bedingungen eingebaut bekommen müssen, sind viele Punkte für den in Leverkusen zuständigen Messstellenbetreiber Rheinische NETZgesellschaft mbH (RNG) noch nicht geklärt:
Die (Mindest)anforderungen an Smart-Meter-Technik bzgl. der technischen Funktion und Ausstattung der Messeinrichtung sind noch nicht eindeutig festgelegt.
Technik und Infrastruktur sind teilweise noch nicht verfügbar und wirtschaftlich nicht darstellbar.
Offen ist zudem, in welcher Weise und in welchen Zeitperioden dem Anschlussnutzer die Verbrauchsinformation angezeigt werden soll.
Bis zur Konkretisierung der gesetzlichen Bestimmungen werden im EVL-Netzgebiet Leverkusen im Auftrag der RNG in der Regel in Neubauten und bei größeren Renovierungen die gegenwärtig seit rund einem Jahr bereits eingesetzten modernen, elektronischen Zähler eingebaut, die ggf. später um eine geeignete Schnittstelle für den Datentransfer erweitert werden müssen.
Welche Leistungen zur Einsparung von Energie und Kosten bietet die EVL schon jetzt?
Sinnvolle Angebote zu Erhöhung der Energieeffizienz bzw. -einsparung von Energiekosten erhalten Kunden über leicht und sofort umsetzbare Maßnahmen im Rahmen von EVL-KlimaAktiv. Das derzeit 16-Punkte umfassende Programm beinhaltet auf Wunsch die kostenlose, persönliche Energiesparberatung durch die Energiespar-Experten der EVL zur Ermittlung individueller Einsparpotentiale ebenso wie das kostengünstige EVL-Energiesparpaket mit nützlichen technischen Helfern zum Energiesparen im Haushalt oder die zahlreichen Förderprogramme und umfangreiche Dienstleistungen zur Realisierung und Finanzierung umweltfreundlicher Heizungs- und Solartechnik. Mit der kostenlosen EVL-comfortCARD sichert sich der Kunde dabei zusätzliche Vorteile.
Die EVL entwickelt bis Ende 2010 neue Produkte bzw. Tarife, die dem Kunden Anreize zur Steuerung seines Energieverbrauchs und Anreize zur Energieeinsparung bieten (z. B. lastvariable oder tageszeitabhängige Tarife).
Daneben führt die EVL das seit dem Frühjahr 2009 laufende Pilotprojekt ?Smart Metering? weiter und wertet die Ergebnisse zugunsten einer kundenorientierten Angebotsoptimierung aus.
Wie berücksichtigt die EVL den Datenschutz?
Die EVL nimmt den Datenschutz personenbezogener Daten und damit die Wahrung der Persönlichkeitsrechte sehr ernst. Bei der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Daten hält sich die EVL streng an die gesetzlichen Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes und des Teledienstdatenschutzgesetzes. Eine Erhebung von kundenspezifischen Verbrauchsdaten darf vom Messstellenbetreiber in anonymisierter oder pseudonymisierter Form erfolgen. Persönliche Daten werden nur dann erhoben und verarbeitet, wenn ein Kunde diese freiwillig zur Verfügung stellt. In diesen Fällen werden die Informationen in verschlüsselter Form übertragen, um einem Missbrauch der Daten durch Dritte vorzubeugen.
Welche Chancen soll Smart Metering zukünftig bieten?
Der Energieverbrauch wird transparent: Verbrauchswerte bleiben leicht und bequem im Blick, dadurch können eventuelle Einsparpotentiale erkannt und durch ein entsprechend geändertes Verbrauchsverhalten realisiert werden. Ein früherer oder aktueller Verbrauch kann beispielsweise über eine sichere Internetverbindung oder ein Display visualisiert werden.
In der Regel wird eine Ablesung der Zähler vor Ort nicht mehr erforderlich sein. Der Kunde soll von bedarfsgerechten Tarifen und Dienstleistungen profitieren.
Smart Metering bildet die Basis für künftige Smart Home-Einrichtungen, d. h. technisch entsprechend vorbereitete Haushaltsgeräte (Waschmaschine, Trockner, Jalousien etc.) können dann gezielt angesteuert werden, um z. B. den Betrieb zu günstigen Tarifzeiten automatisch zu starten und Energieverbrauch und -kosten gezielt zu senken. Eine weitere Zukunftsperspektive stellt die Nutzung der Möglichkeiten eines noch zu entwickelnden intelligenten Stromnetzes, dem so genannten Smart Grid, dar.
Was ist Smart Metering?
Der aus dem Englischen stammende Begriff bezeichnet ein neues, intelligentes Messverfahren, das zum Energiesparen anregen soll. Der individuelle Verbrauch lässt sich dabei in kurzen Zeitabständen messen und darstellen. Durch diese Transparenz erhält der Kunde ein genaueres Bild seines Energieverbrauchs, so dass sich anhand von Verbrauchskurven bedarfsgerechte Tarife anbieten lassen.
Über digitale Schnittstellen können Zählerstände automatisch an den Energieversorger übertragen oder eine kontinuierliche Auslesung für den privaten Gebrauch eingerichtet werden.